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Krankheiten und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte Informieren Sie sich vor der Adoption über die wichtigsten Mittelmeerkrankheiten bei Hunden und deren Risiken.


Leishmaniose - Grund zur Panik ?
Neues vom Leishmaniose Kongress in Sevilla 2002

Leishmaniose ist eine weltweit vorkommende Parasitose mit unterschiedlichen Krankheitsbildern bei Mensch und Tier, bei der die Erreger (Leishmanien) durch den Stich der Sandmücke übertragen werden.Eine direkte Form der Ansteckung, über Blut oder Speichel ist NICHT nachgewiesen und reine Spekulation.Leider wird die gegenteilige, absolut unwissenschaftliche Meinung immer wieder auch von Tierärzten (oft auch aus Unwissenheit) verbreitet und damit Hundebesitzer in Panik versetzt, die dann vielleicht sogar ihren Hund abgeben, was natürlich völlig unüberlegt und falsch ist...

Leishmanien Im Europäisch-Mediterranen Raum gibt es ausschließlich den Erreger der inneren Leishmaniose, Leishmanium infantum, mit derzeit mindestens 9 verschiedenen "Rassen", davon sind manche mehr, andere weniger krankheitserregend.

Nicht alle 9 Rassen kommen in den gleichen Gebieten/ Regionen vor. Deshalb ist es auch für die Therapie wichtig, eine Stammbestimmung (Rassenbestimmung) durchzuführen.


Die Leishmanien befinden sich beim Hund und Mensch in den Zellen von Leber, Milz und Knochenmark in den weißen Blutkörperchen, die für den körpereigenen Schutz zuständig sind. Damit schädigen sie das Immunsystem. Eine Übertragung durch Hundespeichel ist somit auszuschließen, da sich dort keine weißen Blutkörperchen befinden.


Die Sandmücke

Leishmaniose kann sich NUR mit dem Vorkommen der Sandmücke als Überträger verbreiten. Es gibt sie in allen mediterranen Ländern, in Regionen von Tunesien, Griechenland, Türkei, Portugal, Südfrankreich, Spanien, Kanaren, Sizilien, aber auch in Deutschland (bisher nur Baden-Württemberg) und der Schweiz.

Sie sind nur von Frühling bis Spätsommer unterwegs, besonders August, September.

Sandmücken sind windempfindlich, sind also nie direkt am Meer und fliegen nur nachts, etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang.

Ihre maximale Flughöhe beträgt 3 Meter, nur "gelbes Licht" lockt sie höher. Neonröhren, Energiesparlampen oder Quarzlampen haben kein gelbes Licht.

Für einen dieser schmerzenden Stiche braucht das Insekt etwa 5 Minuten, also sticht es nur schlafende Lebewesen, um nicht gestört oder abgewehrt zu werden.

Statistisch gesehen erhält jeder Hund in den gefährdeten Regionen ca. 300 Stiche (!) pro Nacht ,etwa 0,3% der Mücken sind mit Leishmanien infiziert, also jeder Hund erhält -rein statistisch- einen infektiösen Sandmückenstich pro Nacht. Vor allem Nase und Unterbauch sind bei den Hunden gefährdet.



Prophylaxe

Das Tier sollte nachts nicht im Freien oder in Autos schlafen, Fenster sind mit dünnmaschigen Mosquitonetzen schützen.

SCALIBOR®- ein hochwirksames Halsband der Firma Intervet als Schutz der Hunde. Bei Reisen in Mittelmeerländer sollte es zur Prophylaxe dem Hund ca. 14 Tage vor Reisebeginn angelegt werden, damit sich der Wirkstoff über den Körper erteilt. Es schützt auch vor anderen Parasiten und wirkt etwa 6 Monate. SCALIBOR ® verhindert auch ein weiteres Verbreiten der Infektion.


Symptome

Der Erreger, Leishmania infantum, äußert sich sekundär über die Haut, primär sind die inneren Organe befallen. Im Mittelmeerraum sind viele Menschen infiziert( in Südfrankreich 30-40% der Bevölkerung), auch viele Touristen , ohne je ein Symptom zu zeigen oder es überhaupt zu bemerken. Ernste Gefahr besteht nur für Schwerstkranke oder Säuglinge.

Inwieweit ein Tier überhaupt erkrankt , ist regional unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • vom Leishmania Stamm, der mehr oder weniger krankmachend ist (Kein Stamm hat sich nur auf Hunde "spezialisiert")
  • vom Immunstatus und Alter des Hundes (ein gesunder, junger Hund (bis 5 Jahre) kann die Infektion selbst gut bekämpfen)
  • von der Hunderasse (Bobtail, Schäferhund, Husky in Italien oder Spanien sind stärker gefährdet)


Besonders für die wachsende Zahl der Hunde, die ihre Halter auf Reisen in mediterrane Länder begleiten, ist die Prognose bei einer Leishmaniose-Erkrankung schlecht.

Hunde, die in Leishmaniose-Gebieten leben und aufgewachsen sind, haben sich oft bereits mit der Krankheit auseinandersetzen müssen, ist ihr Immunsystem stabil (und das ist es meist), haben sie einen natürlichen Immunschutz erworben. Sie zeigen dann zwar einen Antikörper-Titer im Test, haben aber KEINE Leishmaniose.

Ein infizierter Hund kann sehr vielfältige Symptome zeigen, die aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Das Fehlen von Symptomen ist aber kein Hinweis darauf, dass der Hund nicht infiziert ist. Nur Tests bringen einen Nachweis.

Symptome können sein: schleichender Gewichtsverlust, Lahmheit, Trägheit, Appetitlosigkeit, Haarverlust (besonders um die Augen), Schuppenbildung, Hautwunden (oft nässend, meist kreisrund - an Ohren, Kopf, Nase, an den Beinen) ,Nasenbluten, Lymphknotenschwellung, Blutarmut (Anämie),"Ausfransen" der Ohrränder mit Schuppenbildung, Nierenschädigung.



Tests

Es gibt verschiedene Tests, die mehr oder weniger genaue Ergebnisse hervorbringen und auch von verschiedenen Kriterien beeinflusst werden können.

Bluttest:


Dabei wird untersucht, ob vom Körper Antikörper gebildet wurden und wie viel (Antikörper-Titer). Relativ ungenau, da das Ergebnis von vielen Faktoren beeinflusst werden kann.


Der Titer kann hoch sein, wenn der mediterrane Hund sich gerade mit der Infektion selbst auseinandersetzt und schon eine natürlich Immunabwehr gebildet hat. Dieser Hund erkrankt nicht.

Auch Stress für den Hund kann das Immunsystem durcheinander bringen und zu falschen Ergebnissen führen.

Es kann eine "Kreuzreaktion" mit einer anderen Infektion geben (Ehrlichiose, Babesiose u.a.), d.h. das Immunsystem arbeitet auf "Hochtouren" ein erhöhter Titer wird angezeigt, obwohl der Hund nie eine Sandmücke gesehen hat.

Im Labor werden oftmals nicht die richtigen Testsubstanzen für die entsprechende Region verwendet, d.h. ein Labor in Italien nutzt Substanzen, die nur Leishmanienstämme aus Indien oder Spanien anzeigen (oft eine Preisfrage).

Auch der sogenannte Schnelltest, der häufig in südlichen Ländern angeboten wird, bietet absolut ungenaue Ergebnisse mit wenig Aussagekraft.

Knochenmark und Lymphknotentest:

Es wird -unter lokaler Narkose- ein Punktat entnommen und mikroskopisch auf Leishmanien untersucht. Leider sind nur wenige Tierärzte dazu in der Lage, diesen Test durchzuführen. Er bringt genaue Ergebnisse.

Weiterhin gibt es ein molekulares Nachweisverfahren aus Knochenmark (PCR), bei dem der Nachweis von Bruchstücken aus Leishmanien-DNA (Erbinformation) erfolgt, der aber für mediterrane Hunde nicht in Frage kommt, da nachgewiesen wurde, dass -rein statistisch- jeder dort lebende Hund bereits einen infektiösen Sandmückenstich pro Nacht bekommt und so ein Antikörper-Titer bereits vorhanden ist, da sich sein Immunsystem bereits mit den Leishmanien auseinandergesetzt hat. Für die "Urlaubshunde" kann hiermit ein genaues Ergebnis erwartet werden. Auch hier gibt es nur wenige Labore, die dazu in der Lage sind.




Therapie

Für den Hund stehen zahlreiche therapeutische Verfahren zur Verfügung, die aber individuell ,je nach Erregerstamm, Konstitution und Hunderasse eingesetzt werden müssen.

Grundvoraussetzung in jedem Fall ist eine Erhöhung und Stabilisierung des Immunsystems des Hundes. Kein Stress, Geborgenheit, ausgewogenes Futter, innere Ruhe- all das verbessert seine Konstitution , sein Wohlbefinden und stärkt damit sein Immunsystem. Damit wird das Tier in die Lage versetzt ,sich selbst mit dem Erreger auseinander zu setzen und damit fertig zu werden.

Besonders Tiere, die keine Symptome zeigen, haben dabei sehr gute Chancen.

Eine "Spontanheilung" ist bei Hunden unter ca. 5 Jahren möglich und auch bekannt.

Als unterstützende Mittel zur Erhöhung der Immunabwehr können gegeben werden:

Pflanzlich: Echinacea, Synthetisch: Levamisole (Empfehlung: 4 Monate lang therapiebegleitend)

Für einen Therapieerfolg ist der Nachweis des Erregerstammes nötig (wird in Berlin gemacht).

Die eigentliche Behandlung kann nur individuell erfolgen, es stehen verschiedene Präparate zur Verfügung , die grundsätzlich in Kombination und auf den jeweiligen Hund abgestimmt gegeben werden müssen (Allopurinol, Amphotericin B, Antimon, Ketoconazol, Interferon, Oleyl-PC u.a.)

Es gibt sehr gute Therapieerfolge, z.B. mit Amphotericin B bei Leishmaniosehunden aus Frankreich und Spanien von 80-93 %, bei diesen Hunden kam es auch nach einem Jahr zu keinem Rückfall.

Es wird ständig an neuen Präparaten und Behandlungsmöglichkeiten mit sehr guten Aussichten geforscht. (führend hier Dr.rer.nat.T.J. Naucke, Parasitologe am Institut für Medizinische Parasitologie der Universität Bonn )

Leishmaniose ist eine Erkrankung, die viele Menschen aus Unwissenheit in Angst und Schrecken versetzt. Leider sind auch die meisten deutschen Tierärzte nicht ausreichend informiert und tragen dadurch zur allgemeinen Panik und Verunsicherung bei.

Je früher bei Auftreten von Symptomen und Erregernachweis mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Es gibt für Halter infizierter oder erkrankter Hunde inzwischen gut arbeitende Selbsthilfegruppen.

Im Umgang mit infizierten Tieren besteht für den Menschen keine Gefahr sich zu infizieren, trotzdem müssen natürlich entsprechende Hygieneregeln (Händewaschen, Vorsicht im Umgang mit offenen Wunden etc.) eingehalten werden, die für Hundehalter sowieso selbstverständlich sein sollten.

Wissenschaftlich gesehen ,gibt es KEINEN einzigen nachgewiesenen Fall, bei dem sich der Mensch durch seinen Hund infiziert hat, eben weil inzwischen der Entwicklungsweg der Leishmanien bekannt und erforscht ist.

Es besteht also absolut kein Grund, "vorsichtshalber" gesunden Tieren aus südlichen Ländern, eine Chance auf ein neues Leben in Deutschland zu verweigern.










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Leishmaniose nicht nur am Mittelmeer und in den Tropen!!

Am 15.09.2004 war im ZDF- Wissenschaft ein ganz interessantes Thema über die Sandmücken in Deutschland.

Viele Menschen sind der Meinung, dass es bei uns keine Sandmücken gibt.

Irrtum: Prof. Naucke hat in einer einzigen Nacht bis zu 5 Moskitos (Sandmücke) gefangen.

Unser Tipp: Lassen Sie jedes Jahr im Herbst bei ihren Hund einen Bluttest machen.

Leishmaniose kommt von den Sandmücken.

Ehrlichiose und Borreliose kommt von den Zecken.

Dann haben Sie immer die Gewissheit, dass ihr Hund gesund ist.

Ihr Hacienda-Team


Ehrlichiose und Leishmaniose

Mein Tip:
Machen Sie alle 6 Monate einen Blut-Test auf LEISHMANIOSE und EHRLICHIOSE und lassen sie die Nierenwerte Ihres Hundes kontrollieren.
Ist ihr Hund positiv, dann geben Sie ihm Allupurinol 300mg.


Wir geben in der Früh und am Abend jeweils die 3-fache Dosis,das heißt, Beispiel: einen Schäferhundgröße 3Tabletten a`300mg früh und abend 3 Tabletten , für ca 1 Monat lang, höchsten 2 Monate(Werte hoch). Falls der Hund es nicht verträgt und sich übergibt, dann geben wir eine halbe Tablette weniger. Probieren Sie es aus und beobachten Sie ihren Hund, denn Sie sind der beste Arzt und es kostet nicht viel.
Wir haben bis jetzt jeden Hund wieder gesund bekommen! Das heißt aber nicht, das diese Krankheit nie wieder auftritt. Ihr Hund braucht regelmäßig Vitamine und einen Schuß Olivenöl (Vitamin E) zum Fressen. Sie werden sehen wie schön ihr Hund wird, und natürlich sehr viel, viel Liebe. Ich empfehle das Trockenfutter von Marcus Mühle, "NATURNAH".

Babesiose

Ehrlichiose

Erkrankungen im Mediterranen Raum

Filariosis oder Herzwurmkrankheit

Leishmaniose

Leishmaniose und Zecken

Prozessionsraupen

Reisekrankheiten beim Hund

Sandmücken

Scalibor: Hundehalsband zum Schutz vor Sandmücken, Zecken und Flöhe


Borreliose-Gefahr bei Hunden: Impfung bietet Schutz

Interview mit Dr. med. vet. Reinhard K. Straubinger, Institut für Immunologie, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig

Dr. med. vet. Reinhard K. Straubinger

Dr. Straubinger ist Fachtierarzt für Immunologie und zählt zu den führenden Experten in Sachen Zecken-Borreliose bei Hunden.

Im Frühjahr bringen Hunde oft gleich eine ganze Handvoll Zecken vom Spaziergang mit nach Hause. Ein Zeckenbiss kann für den Vierbeiner böse Folgen haben: Es können Bakterien übertragen werden, die die Borreliose auslösen, eine entzündliche Gelenkerkrankung. Die Beschwerden sind für den Hund sehr belastend und können ihm die Lebensfreude nehmen.

Frage:

Wie groß ist das Risiko für Hunde, durch einen Zeckenbiss mit Borreliose-Erregern infiziert zu werden? Gibt es Hunde, die besonders gefährdet sind?

Dr. Straubinger:

Das Risiko sich mit Borrelia burgdorferi zu infizieren, ist von vielen Faktoren abhängig. Um sich der Gefahr der Infektion auszusetzen, müssen Hunde in einem Gebiet leben, in dem die Borreliose endemisch vorkommt und somit ein Übertragungszyklus zwischen kleinen Säugetieren (z.B. Mäuse) und Vögeln auf der einen Seite und Schildzecken (v.a. Holzbock, Ixodes ricinus) auf der anderen Seite etabliert ist. Unsere eigenen Untersuchungen haben gezeigt, dass in den heimischen Zeckenpopulationen eine Infektionsrate von 30% keine Seltenheit ist. Natürlich bestimmen der Gebrauch und die Aktivität des Hundes das Infektionsrisiko. Hunde, die sich gerne im dichten Gestrüpp aufhalten, und Jagdhunde sind dafür prädestiniert, Zecken aufzulesen. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass in unseren Breiten das Infektionsrisiko sehr stark von der Jahreszeit beeinflusst wird. Eine ausgeprägte Zeckenaktivität ist in den warmen Monaten (Frühling bis Spätherbst) zu erwarten. Dennoch sind Zecken aber auch an milden Wintertagen aktiv und können dann unter Umständen auf den Wirt übertreten.

Frage:

Wie können Hundebesitzer erkennen, dass ihr Hund an einer Borreliose erkrankt ist?

Dr. Straubinger:

Die klinischen Veränderungen, die dem Besitzer auffallen könnten, reichen von allgemeiner Abgeschlagenheit des Hundes über Bewegungsunlust bis hin zur hochgradigen Lahmheit. Eine für die LymeBorreliose typische klinische Veränderung gibt es nicht. Der Hund entwickelt im Gegensatz zum Menschen keine Hautrötung um die Zeckenbissstelle (Erythema migrans), die auf eine stattgefundene Infektion mit Borrelia burgdorferi hinweisen könnte. Eine eindeutige Diagnose kann nur der behandelnde Tierarzt stellen, dem neben seinem Fachwissen noch spezifische labordiagnostische Untersuchungsmethoden zur Verfügung stehen, die es ihm ermöglichen, spezifische Antikörper im infizierten Hund nachzuweisen.

Frage:

Kann die Borreliose beim Hund behandelt werden? Wird das Tier wieder ganz gesund oder gibt es Spätfolgen der Erkrankung?

Dr. Straubinger:

Die bakterielle Natur des Erregers der Lyme-Borreliose erlaubt es, den Infektionserreger durch Antibiotika aus verschiedenen Stoffgruppen abzutöten. Im Normalfall sprechen die Patienten auf die antibiotische Behandlung gut an und eine rasche Verbesserung des Allgemeinbefindens ist bei einem Großteil der mit Borrelia burgdorferi infizierten Hunden zu erwarten. Dennoch kann auf Grund eingehender Untersuchungen mittlerweile mit einer großen Gewissheit behauptet werden, dass Behandlungen mit derzeit zur Verfügung stehenden Antibiotika nicht zur vollkommenen Auslöschung des Erregers im Wirt führen und einzelne Organismen auch langfristige Therapien überleben können. Ob diese persistierende Infektion zu wiederholten Krankheitsepisoden führen kann, ist nicht eindeutig geklärt. Man muss aber davon ausgehen, dass diese im Wirt verbliebenen, lebenden Lyme-Borrelioseerreger eine nicht zu unterschätzende, langfristige Gefahr für den Patienten darstellen.

Frage:

Seit einigen Jahren gibt es für Hunde eine Impfung gegen Borreliose. Wie sinnvoll ist diese Impfung? Wie wirksam ist ihr Schutz?

Dr. Straubinger:

Die zur Verfügung stehende Impfung verhindert die Lyme-Borreliose, indem sie die Übertragung der Borrelien von der Zecke auf den Wirt bereits in ihren Anfängen verhindert. Die durch die Impfung induzierten Antikörper gegen ein spezielles Oberflächenprotein (OspA) von Borrelia burgdorferi zirkulieren im Blutstrom des Hundes. Bei der Blutmahlzeit nehmen die Zecken mit dem Blut diese Antikörper auf, die dann im Mitteldarm der Zecke an die dort vorhandenen Borrelioseerreger binden. Eine für die Übertragung auf den Wirt zwingend notwendige Wanderung der Borrelien in die Speicheldrüse der Zecke wird somit verhindert. Anzumerken ist aber, dass dieser Mechanismus nur dann effektiven Schutz bietet, wenn eine ausreichende Menge an zirkulierenden Antikörpern im Blut des Hundes vorhanden ist. Diese hohen Antikörperspiegel werden durch regelmäßige Impfung auf einem schützenden Niveau gehalten. Ob diese Antikörper, die durch den derzeit verfügbaren Impfstoff induziert werden, auch gegen andere in Europa vorkommende Spezies aus dem Borrelia burgdorferi sensu lato-Komplex (Borrelia afzelii, Borrelia garinii) schützen, werden noch durchzuführende Laboruntersuchen zeigen müssen.

Frage:

Für welche Hunde ist die Zeckenimpfung zu empfehlen? Wann sollte die Impfung stattfinden?

Dr. Straubinger:

Die Impfung sollte dann eingesetzt werden, wenn ein hohes Expositions- und somit Infektionsrisiko besteht. Dementsprechend sollten Hunde mit viel Freilauf und häufigem Kontakt zu Zecken durch die Impfung vor der Borreliose geschützt werden. Da die Aktivität der Zecken in den warmen Monaten am höchsten ist, sollte bereits zum Frühlingsbeginn oder bei Welpen nach Verlassen der Zucht mit der Impfung begonnen werden, um die Antikörper rasch auf ein schützendes Niveau zu bringen.

Trotz der zur Verfügung stehenden Impfung sollten auch alle anderen Methoden zu Verhütung der Lyme-Borreliose, insbesondere nach verabreichter Impfung, nicht vernachlässigt werden. Zu nennen sind hier vor allem die tägliche Kontrolle des Hundes nach vorhandenen Zecken und das Aufbringen von zeckentötenden oder zeckenabstoßenden Mitteln. Die tägliche Kontrolle des Hundes ist deswegen von besonderer Bedeutung, da die Übertragung der Borrelien von der Zecke in die Haut des Wirtes mindestens 24 Stunden in Anspruch nimmt. Eine frühzeitige Entfernung der Zecken trägt somit zum Schutz des Hundes erheblich bei.

Frage:

Wie vertragen Hunde die Impfung? Gibt es Nebenwirkungen?

Dr. Straubinger:

Der derzeit in Deutschland erhältliche Impfstoff zum Schutz vor der Lyme-Borreliose wird aus Organismen der Art Borrelia burgdorferi sensu stricto gewonnen, die in Kulturmedium vermehrt und anschließend mithilfe spezifischer Labortechniken abgetötet und aufgeschlossen wurden. Um die im Hund induzierte Immunantwort zu verstärken, ist diesem Borrelienlysat, wie dies bei anderen Impfstoffen auch üblich ist, ein Adjuvans beigefügt. Die von uns bisher beobachteten seltenen Nebenwirkungen zeigten sich als lokal begrenzte Schwellung oder als eine sich wenige Stunden nach der Impfung entwickelnde Körpertemperaturerhöhung, die aber nur von kurzer Dauer war (< 24 Stunden).



Ordnung im Antibiotika-Dschungel







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